Das Charisma des Australiers John Butler hat seit über zwanzig Jahren nichts von seiner Wirkung verloren. Das seit 1998 bestehende Trio zusammen mit Byron Luiters (Bass) und Grant Gerathy (Schlagzeug) ist für seine Bluegrass-, Rock- und Reggae-Klänge berühmt und zeigt mit einem gewissen Stolz, woher es kommt. Home ist ein siebtes, durchaus eigenwilliges Album, das der Persönlichkeit Butlers entspricht. In Tahitian Blue ertönen mehr oder weniger folkloristische Klänge mit popähnlichen Einlagen. Mit einem regelmäßig wiederkehrenden Thema auf der E-Gitarre und einem Banjo-Riff hat die Gruppe vor allem ein Mittel gefunden, zuerst eine positive Stimmung zu erzeugen, bevor sie dann auf den Kern der Sache zu sprechen kommt. Gleich in Wade In the Water strebt John Butler nach Erlösung und in Running Away hebt er dann seine problematischen Ängste, Überlegungen und Empfindungen hervor. Die Platte ist eine subtile Rock-Folk-Mischung, irgendwo zwischen Country und Blues und enthält auch Songs über Familienleben, Liebe und Verantwortung. Mit dem gleichnamigen Track zieht das Trio richtiggehend eine elektronische, ja sogar Hip-Hop-Seite auf, ohne jedoch dabei ihre traditionelle Musik zu vergessen. Eine neue Idee, die sich durchsetzt. Die zwölf Songs durchqueren eine originelle, facettenreiche Klanglandschaft und man bekommt Lust, die Diskografie der Gruppe näher in Augenschein zu nehmen. © Anna Coluthe/Qobuz