Als 2011 in Syrien der Krieg ausbrach, lebte Maya Youssef in London. Angesichts der in ihrem Geburtsland herrschenden Leiden und unerträglichen Gewalt konnte nur die Musik dieser in Damaskus geborenen Virtuosin des Kanuns einen Schutz bieten. Die Kompositionen für dieses Album wirkten bei ihr wie eine Art Antikörper gegen extreme Gefühle. Es beschreibt ihren Werdegang durch diese schmerzhaften sechs Jahre hindurch. Dabei führt sie einen Dialog mit dem irakischen Ud-Spieler Attab Haddad, dem englischen Cellisten Barney Morse-Brown und dem auf orientalische Musik spezialisierten Schlagzeuger Sebastien Flaig, das Ganze unter der Leitung des wohlwollenden und mythischen Produzenten Joe Boyd. Die mal tiefen, mal luftigen, die mal traurigen, mal friedlichen Noten des „orientalischen Klaviers", wie der Kanun auch genannt wird, passen immer ganz genau und die Einlagen der anderen Musikern liefern den Beweis. Der Haupttitel The Seven Gates Of Damascus ist die Kurzfassung einer musikalischen und stimmungsvollen Darbietung, die sich die Musiker ausgedacht hatten, um den Kindern in den Flüchtlingslagern Trost zu bringen. Man sieht darin, wie nach und nach wieder etwas Licht in eine finstere, zerstörte Welt kommt. Überall herrscht in erster Linie eine nostalgische Stimmung, aber die Hoffnung bleibt bestehen. Brillant! © BM/Qobuz