Seit The Twilight Sad mit ihrem Auftritt im Vorprogramm bei The Cure ihre vertrauliche Umgebung verlassen haben, wenden sie für ihre Platten dieselbe Strategie an. Nachdem sie von FatCat zu Mogwaïs Rock Action übergewechselt sind, bieten die Schotten einige Synthie-Pop-Nummern, wie etwa Let's Get Lost oder Videograms. Der Unterschied ist nicht nennenswert und der Rest ist wie üblich in unfreundlich kalten Post-Punk gekleidet. James Grahams Bande errichtet vollbesetzte, leer stehende, lichtdurchflutete oder Schatten spendende Klangkathedralen, sei es nun mit dieser metallisch klirrenden Gitarre, mit dieser recht zügig spielenden Rhythmussektion oder dank seiner unterkühlt (The Arbor) oder dezent gespielten Keybords (SundayDay13). Heilkräftige Widersprüche gestalten und formen das Werk und führen zu einem Wandel des traditionellen, strengen Post-Punk-Sounds hin zu hochtrabenden, melodischen Sequenzmustern. Der etwas diskreter eingesetzte Bass ist damit ausgelotet (Girl Chewing Gum), wogegen uns James Grahams Timbre an den jungen Morrissey erinnert – es fehlt nur der schottische Akzent. Deswegen sagt Robert: „Wäre es um die Welt besser bestellt, so würden sie für mehr Leute spielen, und ich glaube, sie können es“. © Charlotte Saintoin/Qobuz