Panda Lux

Panda Lux

* En anglais uniquement

Zehn Jahre gibt es Panda Lux schon. So lang auch haben sie ihr Debut-Album heranreifen lassen. Es heisst „Versailles“, weil, so die Band, „das Schloss der Inbegriff von Prunk ist und gleichzeitig auch für den Fall dieses Prunkes steht“. Mit ihren Liedern verhalte es sich ähnlich: „Wir versuchen einen Spagat zu schlagen zwischen einem fein geschliffenen Popsong und dessen Verneinung.“

Silvan Kuntz spielte Gitarre. Er war zwölf Jahre alt. Sein um zwei Jahre älterer Bruder Samuel war Trompeter. Aber die Gitarre gefiel ihm besser, darum liess er sich von Silvan die ersten Akkorde beibringen. Auf dem Pausenplatz ging Silvan auf Moritz Widrig zu. Dreizehn Jahre hatte dieser auf dem schmächtigen Buckel. Man habe gehört, er spiele Drums. Schon, ja. Ob er auch tatsächlich im Besitz eines Schlagzeuges sei? Aber sicher! Und so war sie geboren, die erste Formation von Panda Lux, die damals allerdings weit davon entfernt war, Panda Lux zu heissen.

Die meisten dauerhaften Bands finden zusammen, wenn die diversen Mitglieder nach den Irrungen und Wirrungen der Teenage-Jahre endlich genug andere Musiker kennen, um zu wissen, an wessen Seite sie ihre künstlerischen Gelüste am kreativsten ausleben können. Nicht so Panda Lux. Zwei Jahre nach der Konversation auf dem Pausenplatz und rund zwanzig Konzerten, die sie ohne Sänger bestritten, jagten die drei frühreifen Früchtchen aus Rorschach am Bodensee einer befreundeten Band den singenden Gitarristen Janos Mijnnsen ab. Sie funktionierten ihn zum Bassisten um, nannten sich fortan Lakeside Runners, und damit war die heutige Formation fix. Nur noch die Rolle von Silvan änderte sich. Vom Moment an, wo er den Stimmbruch hatte, sang er seine Texte selber. Und zwar auf Hochdeutsch: „Das kam automatisch. Deutsch ist die Sprache, in der ich mich am besten ausdrücken kann.“

So wie Silvan, Samuel, Moritz und Janos mit der Band Tag um Tag älter werden, ist ihre Musik seit einer Dekade in einem ständigen Wandel begriffen. Es werden Alben aufgezählt, von denen man sich inspirieren liess: „1983“ von Sophie Hunger etwa, oder „In Rainbows“ und „The King of Limbs“ von Radiohead, „Holy Fire“ von Foals, dazu die belgische Band Balthazar. Aber der eigene Stil ist nicht in Stein gemeisselt: „Wir können machen, was wir wollen.“ Die intensive Beschäftigung mit ihrem Handwerk hat das Leben der vier Teenage-Kumpel nachhaltiger beeinflusst, als sie es je hätten voraussehen können: alle studieren sie heute in irgend einer Form Musik.

Bis Berlin und Österreich schaffte man es, es entstanden EPs und Singles. Dann legten sich Lakeside Runners einen neuen Namen zu: „Einfach, weil uns der alte nicht mehr gefiel.“ Panda Lux veröffentlichten eine erste EP, dann war die Zeit endlich reif fürs erste Album. Aufgenommen wurde es im Alterna Studio in Basel mit Produzent Philippe Laffer (Ex-Supernova). Sorgfalt bei jedem Detail war das oberste Gebot. Der Sound ist feist und chromglänzend, aber bei jedem Ton ist Herzblut zu spüren. Dabei wird der komplexe Band-Sound noch mit Celli und Bläsern angereichert. „Man merkt dem Album an, dass einige von uns inzwischen Filmkomposition studieren“, erklärt Moritz: „Wir können anders denken. Wir spannen Bögen über die Form des Popsongs hinaus. „Jung“ ist so ein Lied. Geht ewig. Am Anfang ist es ein schöner Popsong, dann plötzlich passieren ganz andere Dinge. Sehr visuell. Kopfkino...“
Kopfkino – das Wort wirkt für das ganze Album stimmig. Kopfkino, mit wunderbaren Melodien, Texten, die über ferne Weiten singen und eigentlich etwas ganz anderes meinen – und Beats, die bei aller Subtilität immer auch den Tanzmuskel in Bewegung bringen.

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